Schematische Darstellung eines Gesunden mit intaktem Verschlußmechanismaus zwischen Magen und Speiseröhre.
Schematische Darstellung eines Gesunden mit intaktem Verschlußmechanismaus zwischen Magen und Speiseröhre. In dieser Situation kommt es zu keinem Reflux
Schmetische Darstellung einer Situation, wie sie bei einem Patienten mit Reflux besteht.
Schmetische Darstellung einer Situation, wie sie bei einem Patienten mit Reflux besteht. Der Zwerchfellbruch ist gleitend und es kommt zu einem Hinaufgleiten der Speiseröhre und auch des Magens in den Brustraum und damit zu einem Verlust des Verschlußmechanismus. Es kommt durch den relativen Überdruck im Bauchraum unterstützt zu einem Reflux, der die Speiseröhre schädigt
Die Rekonstruktion besteht in einem Verschluß des Zwerchfellbruchs und in einer Wiederherstellung des Verschlußapparats (Fundoplikatio).
Die Rekonstruktion besteht in einem Verschluß des Zwerchfellbruchs und in einer Wiederherstellung des Verschlußapparats: Es wird die Magenkuppe hinter der Speiseröhre durchgezogen und eine Manschette geformt - Fundoplikatio
Die Manschette.
Die Manschette über 270 Grad (Fundoplikatio nach Toupet) oder über 360 Grad (Fundoplikatio nach Nissen)

Reflux – GERD – Sodbrennen

Als gastroösophagealen Reflux (GERD) bezeichnet man ein Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre. GERD (gastro esophageal reflux disease) stellt die häufigste Erkrankung des oberen Gastrointestinaltrakts dar, wobei  >40% der Normalbevölkerung an Reflux mit dem Hauptsymptom Sodbrennen leiden.

Die Lebensqualität von Refluxpatienten ist oft signifikant durch quälendes Sodbrennen, (saures) Aufstossen, Mundgeruch, etc. beeinträchtigt. Bislang wurde die Erkrankung per se und auch in Hinblick auf die potenzielle onkologische Komplikation oft unterschätzt.

Durch zu häufig auftretenden und/oder abnormal langen Kontakt der Speiseröhrenschleimhaut mit Magensaft und Gallensäuren kommt es zu einer Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut und auch der Speisröhrenmuskulatur. Unbehandelt kann ein Reflux (GERD) zu Entzündungen und Geschwüren der Speiseröhre (Ösophagitis) bis hin zu Engstellen (Stenosen) aufgrund von entzündlich-narbigen Veränderungen führen. Bei langem Bestehen eines Reflux - GERD kann sich im geschädigten Areal nach vielen Jahren eine Krebsvorstufe (Präkanzerose), ein sogenannter Barrett entwickeln. Beim Barrettepithel handelt sich um eine Schleimhautveränderung, die durch das kumulative lokale Einwirken von hoch aggressiven Substanzen wie Magensäure und Gallesalze ausgelöst wird.

Die Inzidenz des Adenokarzinoms der Speiseröhre nahm in Europa in den letzten 10 Jahren auf das 3-4 Fache zu und nahezu alle Adenokarzinome entstehen auf  Basis einer Barrettösophagitis. Es besteht also ein causaler Zusammenhang zwischen Reflux (GERD) und Speiseröhrenkrebs, wobei Reflux der stärkste bekannte Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs ist. Aus diesem Grund ist die Früherkennung und adäquate Behandlung einer Refluxerkrankung sehr wichtig!

Ursachen von Reflux - GERD können ein funktionsgestörter, inkompetenter unterer Speiseröhrenschließmuskel sein - meist auf Basis einer Hiatushernie (Zwerchfellbruch) -, eine primäre Störung in der Bewegung der Speiseröhre oder aber auch eine gestörte Magenentleerung, um die wichtigsten Ursachen zu nennen.


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