Schematische Darstellung eines Gesunden mit intaktem Verschlußmechanismaus zwischen Magen und Speiseröhre.
Schematische Darstellung eines Gesunden mit intaktem Verschlußmechanismaus zwischen Magen und Speiseröhre. In dieser Situation kommt es zu keinem Reflux.
Schmetische Darstellung einer Situation, wie sie bei einem Patienten mit Reflux besteht.
Schmetische Darstellung einer Situation, wie sie bei einem Patienten mit Reflux besteht. Der Zwerchfellbruch ist gleitend und es kommt zu einem Hinaufgleiten der Speiseröhre und auch des Magens in den Brustraum und damit zu einem Verlust des Verschlußmechanismus. Es kommt durch den relativen Überdruck im Bauchraum unterstützt zu einem Reflux, der die Speiseröhre schädigt.
Die Rekonstruktion besteht in einem Verschluß des Zwerchfellbruchs und in einer Wiederherstellung des Verschlußapparats.
Die Rekonstruktion besteht in einem Verschluß des Zwerchfellbruchs und in einer Wiederherstellung des Verschlußapparats: Es wird die Magenkuppe hinter der Speiseröhre durchgezogen und eine Manschette geformt.
Die Manschette.
Die Manschette kann entweder 270 Grad nach Toupet oder 360 Grad nach Nissen geformt werden.

Reflux – GERD – Sodbrennen

Operation

Eine operative Sanierung mit einer Fundoplikatio stellt eine sehr effiziente, nachhaltige und die einzige kausale Therapie mit Verschluss des Zwerchfellbruchs (=Hiatushernie) und Rekonstruktion des Verschlußapparats4 zwischen Speiseröhre und Magen dar. Diese Technik behandelt Reflux und refluxassoziierte Symptome gleichermaßen gut und setzt die oben beschriebene effiziente und nachhaltige Behandlung aller Therapieziele um.

Indikationen für die Operation - Fundoplikatio sind:

  • inkompetenter Verschlußmechanismus,
  • junge Patienten mit lebenslanger Einnahme von PPI,
  • höhergradiger Refluxerkrankungen - GERD Stadium II-IV
  • extraösophageale Manifestationen
  • Regurgitationen
  • großer Zwerchfellbruch / upside down stomach
  • unzureichender Behandlungserfolg (Persistieren von Sodbrennen) bei ausreichender Dosierung oder Überwiegen der medikamentösen Nebenwirkungen
  • voluminöse Refluxe
  • Barrett ohne Dysplasien
  • Patientenwunsch

Endoskopische Maßnahmen haben nicht den gewünschten Erfolg in den Langzeitnachuntersuchungen gezeigt. Es hat sich somit nur eine sinnvolle Methode über die letzten Jahre etablieren können und stellt nach wie vor den Goldstandard in der Behandlung der Refluxerkrankung bei Zwerchfellbruch (Hiatusherinie) dar. – Die Fundoplikatio nach Nissen (360 Grad Manschette) oder Funoplikatio nach Toupet (270 Grad Manschette). Der große Vorteil gegenüber neueren Techniken wie die Implantation eines Magnetrings (Linxring) oder eines Schrittmachers der Fa. Medtronikist, dass bei der Fundoplikatio zur Rekonstruktion ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird und bis auf das Nahtmaterial auf Fremdmaterial komplett verzichtet werden kann. Die laparoskopische Fundoplikatio nach Nissen oder nach Toupet versucht funktionell dem Originalzustand möglichst nahe zu kommen.

Es handelt sich bei der Technik um eine minimal invasive und minimal traumatisierende Methode mit guten Erfolgschancen auf nachhaltige Heilung (>90%) mit einer sehr guten Akzeptanz und hohen Zufriedenheitsrate. Die Operation wird fast ausschließlich laparoskopisch durchgeführt und es wird dabei der Zwerchfellbruch wieder verschlossen und eine Manschette aus dem oberen Anteil des Magens geformt und um die Speiseröhre gelegt, um den Verschlußmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre wieder komplett herzustellen und somit den Reflux und auch das Sodbrennen causal und vollständig zu therapieren 4.

Der Eingriff - die Fundoplikatio - erfolgt unter stationären Bedingungen in Narkose und wird in den meisten Fällen so gut vertragen, daß die Entlassung meist am nächsten oder übernächsten Tag nach der Operation erfolgen kann.

Eine Schluckstörung nach der Fundoplikatio ist, wenn sie überhaupt auftritt, zeitlich begrenzt und kann mit rd. 5% beziffert werden. Nachhaltige Schluckstörung sind sehr selten und liegen prozentuell gesehen deutlich darunter. In der ersten Zeit muß darauf geachtet werden, langsam zu essen, gut zu kauen, gut zu beissen und mehrfach am Tag kleine Portionen zu sich zu nehmen. Nach wenigen Tagen/Wochen hat sich die Speiseröhre wieder adaptiert und kann ihre zugedachte Aufgabe wieder wahrnehmen. Normales Essen ist dann wieder problemlos möglich.

Wesentlich für den nachhaltigen, idealerweise lebenslangen Erfolg ist, dass innerhalb der ersten 6 Wochen nach der Operation möglichst alle Aktionen vermieden, die die Einheilung der Fundoplikatio negativ beeinflussen oder stören: Alle Aktionen, die mit Pressen einhergehen und/oder den Druck im Bauchraum plötzlich oder auch chronisch bzw. anhaltend erhöhen wie Husten, Niesen, Erbrechen, festes Pressen beim Stuhlgang, Heben und Tragen von Lasten von mehr als 4kg, Sport - insbesondere Kraftsport, ... Aber - keine Angst - 6 Wochen nach der Operation können Sie wieder zum gewohneten Alltag zurückkehren. Eine Zusammenstellung der "Verhaltensempfehlungen nach einer Fundoplikatio" zur besseren Planung eines geeigneten Termins für den Eingriff bekommen Sie nach unserem Gespräch in meiner Ordination, direkt nach der Operation im Spital oder können Sie sich hier gerne ausdrucken.

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Vortrag: Chirurgische Strategien in der Behandlung von GERD und Barrett

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