Schilddrüse

Diagnostik

Besteht der Verdacht einer Erkrankung der Schilddrüse, muss zunächst die Stoffwechsellage der Schilddrüse festgestellt werden und die Schilddrüsenwerte TSH und das freie T3 und T4 (fT3, fT4) im Blut gemessen werden. Diese Werte geben Aufschluss darüber, ob eine (latente) Schilddrüsenüber-, oder Schilddrüsenunterfunktion besteht. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion steigt das Schilddrüsenwachstumshormon TSH an, damit mehr Schilddrüsenhormon T3 und T4 produziert wird. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion befindet sich zuviel fT3 und fT4 im Blut. Folglich kommt es zu einer Senkung der TSH Produktion. Um eine weitere Spezifikation der Erkrankung vorzunehmen werden Schilddrüsenantikörper aus dem Blut bestimmt.

Je nach Antikörperprofil werden folgende autoimmunbedingte Erkrankungen unterschieden:

Thyreoglobulin kann bei einer Schilddrüsenentzündung oder bei größeren Knotenstrumen erhöht sein. Thyreoglobulin (TG) ist aber auch ein Tumormarker. Nach Totalentfernung (Thyreoidektomie) der Schilddrüse sollte kein TG mehr im Blut vorliegen. Der Nachweis von TG beweist das Vorliegen von Restgewebe oder das Nachwachsen eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms (papilläres oder follikuläres Schilddrüsenkarzinom). TG ist deshalb als Tumormarker nach totaler Thyreoidektomie ausgezeichnet geeignet. Im Zuge der Verlaufskontrolle nach Entfernung eines (differenzierten) Schilddrüsenkarzinoms sollen zusätzlich auch die anti-TG Werte bestimmt werden. Bei hohen anti-TG Spiegeln ist ein niedriger TG Wert bzgl. Tumorfreiheit nicht verlässlich. Die Thyreoglobulinantikörper (anti-TG) können weiters bei einer Hashimotothyroditis erhöht sein. Autoantikörper gegen thyroidale Peroxidase (TPO-AK) sind bei über 90% der Patienten mit Hasimotothyroiditis, aber auch bei Patienten mit einem Morbus Basedow erhöht. Bei einem Morbus Basedow finden sich typischerweise Autoantikörper gegen den TSH- Rezeptor (TRAK) im Blut.  

Neben der physikalischen Untersuchung (Abtasten des Halses) und der Bestimmung der Schilddrüsenwerte ist die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse als Basisuntersuchung vorzunehmen. Mit dem Ultraschall kann die Größe der Schilddrüse, etwaige bestehende Seitendifferenzen und die Echogenität des Schilddrüsengewebes selbst dokumentiert werden.

Sollten Knoten in der Schilddrüse diagnostiziert werden, ist die Echogenität ein wichtiger erster Parameter in der Beurteilung: Echoreiche Knoten sind meist als harmlos zu werten. Echoarme Knoten bzw. Mikrokalk sind Zeichen für eine mögliche Entartung und bedürfen einer weiteren Abklärung. Wenn Knoten im Ultraschall gefunden werden, ist unabhängig ihrer Echogeneität in jedem Fall eine Korrelation mit einer Szintigraphie vorzunehmen. Hier kann das Speicherverhalten der Knoten bestimmt werden und man unterscheidet so normal speichernde Knoten, kalte, (warme) und heiße Knoten.

Diese Untersuchung basiert auf dem Prinzip, dass mit den Nahrungsmitteln aufgenommenes Jod in die Schilddrüse eingebaut wird. Man macht sich nun diese Tatsache zu Nutze und verabreicht schwach radioaktiv markiertes Jod in die Vene. Das Jod wird in die Schilddrüse aufgenommen und die Verteilung des markierten Jods in der Schilddrüse wird mit einer speziellen Kamera (Gammakamera) abgebildet. Damit können Speicherdefizite (kalte Knoten) und Areale mit höherer Speicherung (heiße Knoten) bzw. eine homogene Speicherung unterschieden werden.

Mit den Ergebnissen von Ultraschall, Szintigraphie und Schilddrüsenwerten aus dem Blut hat man einen ziemlich genauen Eindruck, welche Erkrankung vorliegt und welche weiteren Schritte bzw. welche Art von Therapie indiziert ist. Eine Feinnadelpunktion oder Feinadelaspiration kann bei verdächtigen Knoten zusätzliche Aufschlüsse über deren biologisches Verhalten bzw. über deren Dignität benign - malign bzw. gutartig - bösartig geben.

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