Schematische Darstellung eines Gesunden mit intaktem Verschlußmechanismaus zwischen Magen und Speiseröhre.
Schematische Darstellung eines Gesunden mit intaktem Verschlußmechanismaus zwischen Magen und Speiseröhre. In dieser Situation kommt es zu keinem Reflux.
Schmetische Darstellung einer Situation, wie sie bei einem Patienten mit Reflux besteht.
Schmetische Darstellung einer Situation, wie sie bei einem Patienten mit Reflux besteht. Der Zwerchfellbruch ist gleitend und es kommt zu einem Hinaufgleiten der Speiseröhre und auch des Magens in den Brustraum und damit zu einem Verlust des Verschlußmechanismus. Es kommt durch den relativen Überdruck im Bauchraum unterstützt zu einem Reflux, der die Speiseröhre schädigt.
Die Rekonstruktion besteht in einem Verschluß des Zwerchfellbruchs und in einer Wiederherstellung des Verschlußapparats.
Die Rekonstruktion besteht in einem Verschluß des Zwerchfellbruchs und in einer Wiederherstellung des Verschlußapparats: Es wird die Magenkuppe hinter der Speiseröhre durchgezogen und eine Manschette geformt.
Die Manschette.
Die Manschette kann entweder 270 Grad nach Toupet oder 360 Grad nach Nissen geformt werden.

Reflux – GERD – Sodbrennen

Therapie

Entscheidend und im Vordergrund stehend ist sicherlich die Symptomatik des Patienten und zusammen mit den erhobenen Ergebnissen wird eine individuell angepaßte, maßgeschneiderte Therapie mit dem Patienten erarbeitet.

Die Basis der Therapie stellen Allgemeinmaßnahmen zurÄnderung des Lebensstilsfileadmin/files/Aenderung_des_life_styles.pdf dar, wie Gewichtsreduktion, Vermeidung von opulenten, fetten und kohlehydratreichen Mahlzeiten insbesondere spät am Abend und Alkohol- und Nikotinabstinenz. Bei Patienten, die insbesondere nachts unter Reflux -GERD leiden, hat sich das Höherstellen des Bettkopfteils, um den Reflux - GERD unter Ausnutzung der Schwerkraft zu verringern bewährt.
Säureblocker haben einen wesentlichen Stellenwert in der Behandlung der unkomplizierten, leichten Refluxerkrankung im Stadium I und II.

Als „first aid“ und rein symptomatische Therapie des Reflux zur Verminderung von Sodbennen, diagnostisch und in ausgesuchten Fällen als Langzeittherapie werden Medikamente, die die Säureproduktion im Magen reduzieren (Protonenpumpenhemmer – PPI und Antazida) eingesetzt. Mit dieser globalen Säurereduktion wird sekundär auch die Speiseröhre weniger mit Säure belastet. Das Sodbrennen wird weniger und der Reflux - GERD bleibt aber bestehen und der gallige Reflux im Speziellen bleibt gänzlich unbehandelt3! Die Reduktion der Säureproduktion hat auch einen negativen Effekt auf die Verdauung per se und auf die natürliche Barriere gegen Bakterien, Viren und Pilze. Da die Therapie nicht causal ist, muß sie lebenslang verabreicht werden. Für junge Leute und vor allem für Patienten, die subjektiv (Persistieren von Sodbrennen)oder objektiv nicht suffizient behandelt sind, ist diese Strategie zu überdenken. Weiters können motilitätsfördernde Medikamente mit oder ohne Kombination von PPI eingesetzt werden, um die Magenentleerung zu beschleunigen.

Eine operative Sanierung mi einer Fundoplikatio stellt die einzige kausale Therapie mit Rekonstruktion des Verschlußapparats4 zwischen Speiseröhre und Magen dar, erfolgt aber nur dann, wenn keine andere sinnvolle Therapie möglich ist und auch nur dann, wenn die Erfolgschancen für eine nachhaltige Heilung sehr hoch liegen.

Indikationen für die Operation - Fundoplikatio sind:

  • inkompetenter Verschlußmechanismus,
  • junge Patienten mit lebenslanger Einnahme von PPI,
  • höhergradiger Refluxerkrankungen - GERD Stadium II-IV
  • extraösophageale Manifestationen
  • unzureichender Behandlungserfolg (Persistieren von Sodbrennen) bei ausreichender Dosierung oder Überwiegen der medikamentösen Nebenwirkungen
  • Voluminöse Refluxe
  • Barrett ohne Dysplasien
  • Patientenwunsch

Endoskopische Maßnahmen haben nicht den gewünschten Erfolg in den Langzeitnachuntersuchungen gezeigt. Es hat sich somit nur eine sinnvolle Methode über die letzten Jahre etablieren können. – Die Fundoplikatio nach Nissen (360 Grad Manschette) oder Funoplikatio nach Toupet (270 Grad Manschette).

Es handelt sich um eine minimal invasive und minimal traumatisierende Methode mit guten Erfolgschancen auf nachhaltige Heilung (>90%) mit einer sehr guten Akzeptanz und hohen Zufriedenheitsrate. Die Operation wird fast ausschließlich laparoskopisch durchgeführt und es wird dabei der Zwerchfellbruch wieder verschlossen und eine Manschette aus dem oberen Anteil des Magens geformt und um die Speiseröhre gelegt, um den Verschlußmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre wieder komplett herzustellen und somit den Reflux und auch das Sodbrennen causal und vollständig zu therapieren 4. Damit kommt es zu keiner signifikanten Verkleinerung des Magens und es werden keine Fremdmaterialien implantiert.

Der Eingriff - die Fundoplikatio - erfolgt unter stationären Bedingungen in Narkose und wird in den meisten Fällen so gut vertragen, daß die Entlassung meist am nächsten oder übernächsten Tag nach der Operation erfolgen kann.

Eine Schluckstörung nach der Fundoplikatio ist, wenn sie überhaupt auftritt, zeitlich begrenzt und kann mit rd. 5% beziffert werden. Nachhaltige Schluckstörung sind sehr selten und liegen prozentuell gesehen deutlich darunter.

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Vortrag: Chirurgische Strategien in der Behandlung von GERD und Barrett

              GERD und Barrett