Wie wichtig ist eine Vorsorgeuntersuchung?

Stellenwert der Darmspiegelung – Koloskopie

So wie die Vorsorgeuntersuchung in der Gynäkologie hat die Vorsorgeuntersuchung des Darms  einen ganz besonderen und sehr wichtigen Stellenwert.

Das kolorektale Karzinom (Dickdarm- und Mastdarmkrebs) ist europaweit mit einer Inzidenz von 20 (Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr) die 2. häufigste Krebstodesursache. In Österreich sind über 5000 Neuerkrankungen pro Jahr zu verzeichnen. Männer und Frauen sind in gleichem Maße betroffen. Nach dem 40 Lebensjahr verdoppelt sich die Inzidenz alle 10 Jahre und sie hat zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr ihren Gipfel. Immer mehr jüngere Leute erkanken an dieser Tumorentität.

Abgesehen von seltenen Ausnahmen entsteht der Darmkrebs auf Basis von Polypen. Die Polypen entstehen im Laufe der Jahre auf der Darmschleimhaut als harmlose Schleimhautwucherungen. Aus diesen Polypen entwickeln sich Adenome (= Polypen mit Zellveränderungen, Dysplasien), die sich im Rahmen der sogenannten „Adenom Karzinomsequenz“ zu einem bösartigen Tumor (= invasives Karzinom, Krebs) umwandeln. Dieser Prozess dauert rd. 10 Jahre. Man hat also im Schnitt 10 Jahre Zeit, um ein Adenom (Polyp mit Zellveränderungen) zu entfernen bevor ein Darmkrebs entsteht.

Die Tatsache, daß eine Krebsvorstufe rd. 10 Jahre besteht bevor sich ein invasives Karzinom entwickelt ist eine ganz besondere Konstellation. Da in der Normalbevölkerung bei mehr als 30% der über 50 Jährigen bereits Polypen vorhanden sind, ist es sehr verständlich, daß es sich um sehr häufiges Leiden handelt und ein Drittel der über 50 jährigen Österreicher betrifft. Die Erkennung und fachmännische Entfernung eines Adenoms verhindert Darmkrebs und läßt den Betroffenen gesund bleiben.

Die Entfernung ist in den meisten Fällen einfach und kann über eine Darmspiegelung erfolgen. Ich nehme alle Darmspiegelungen in Sedierung, in einer sog. Rauschnarkose vor. Die Untersuchung ist somit völlig schmerzfrei und die meisten Patienten schlafen während der gesamten Untersuchung. Aber - keine Sorge - es handelt sich um keine „echte“ Narkose. Sie sind nur in einem Dämmerschlaf und im Prinzip voll ansprechbar.

Darmspiegelungen sind ab dem 45. Lebensjahr bei gesunden asymptomatischen Leuten ohne familiäre Tumorvorbelastung empfohlen. Bei Auftreten von Symptomen wie Stuhlunregelmässigkeiten, Blut im Stuhl, Bauchschmerzen, etc. ist eine Untersuchung unverzöglich und altersunabhängig vorzunehmen. Sollten Sie in der Familie Angehörige mit Tumorleiden haben (Darmkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterkrebs) berate ich Sie gerne über Ihr Risiko und wann eine Untersuchung sinnvoll ist.

Regelmässige Darmspiegelungen retten Leben!

Ich nehme mir sehr gerne Zeit und geben Ihnen eine ausführliche Beratung darüber, (ab) wann eine Spiegelung sinnvoll ist, über Ihr individuelles Risiko und die Untersuchung selbst.

Vorbereitung zur Darmspiegelung

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