Reflux – GERD – Sodbrennen
Als gastroösophagealen Reflux (GERD) bezeichnet man ein Rückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre. GERD (gastro esophageal reflux disease) stellt die häufigste Erkrankung des oberen Gastrointestinaltrakts dar, wobei bis zu >30% der Normalbevölkerung an Reflux und Sodbrennen leiden.
Die Lebensqualität von Refluxpatienten ist oft signifikant durch quälendes Sodbrennen, (saures) Aufstossen, Mundgeruch, etc. beeinträchtigt. Bislang wurde die Erkrankung per se und auch in Hinblick auf die potentielle onkologische Komplikation oft unterschätzt.
Durch zu oft auftretenden und/oder abnormal langen Kontakt der Speiseröhrenschleimhaut mit Magensaft und Gallensäuren kommt es zu einer Schädigung der Speiseröhre. Unbehandelt kann ein Reflux (GERD) zu Entzündungen und Geschwüren der Speiseröhre (Ösophagitis) bis hin zu Engstellen (Stenosen) auf Grund von entzündlich-narbigen Veränderungen führen. Bei langem Bestehen eines Reflux - GERD bzw. bei chronischem Sodbrennen kann sich im geschädigten Areal eine Krebsvorstufe (Präkanzerose), der sogenannte Barrett entwickeln. Beim Barrettepithel handelt sich um eine Schleimhautveränderung, die durch das lokale Einwirken von den hoch aggressiven Substanzen Magensäure und Gallesalze ausgelöst wird.
Die Inzidenz des Adenokarzinoms der Speiseröhre nahm in Europa in den letzten 10 Jahren auf das 3-4 Fache zu und nahezu alle Adenokarzinome entstehen auf Basis einer Barrettösophagitis. Es besteht also ein causaler Zusammenhang zwischen Reflux (GERD) und Speiseröhrenkrebs. Aus diesem Grund ist die Früherkennung und adäquate Behandlung einer Refluxerkrankung sehr wichtig!
Ursachen von Reflux - GERD können ein funktionsgestörter, inkompetenter unterer Speiseröhrenschließmuskel sein, meist auf Basis einer Hiatushernie (Zwerchfellbruch), eine primäre Störung in der Bewegung der Speiseröhre oder aber auch eine gestörte Magenentleerung, um die wichtigsten Ursachen zu nennen.



