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Dr. Thomas Winkler

Dr. Thomas Winkler

Facharzt für Chirurgie
Facharzt für Viszeralchirurgie

Mögliche Folgen von Reflux

Veröffentlicht am 13. März 2014

Neben häufig sehr quälenden Symptomen, die nur zum Teil auf Medikamente ansprechen, hat die Erkrankung als Wichtigste eine bedeutende onkologische Komplikation. Reflux ist der stärkste Risikofaktor für die Krebsvorstufe Barrett und der Barrett wiederum ist der stärkste Risikofaktor für einen Speiseröhrenkrebs. Die Anzahl der Neuerkrankungen ist weltweit als einzige Tumorerkrankung steigend. Die Wahrscheinlichkeit der Entartung deckt sich mit der des dysplastischen Polypen (=Adenom) im Darm.

Selten können auch Engstellen in der Speiseröhre durch den Reflux entstehen.

Deutlich häufiger ist die Erkrankung benachbarter Organe durch nicht oder unzureichend behandelten Reflux. Sowohl die COPD, als auch Asthma haben einen engen Zusammenhang mit der GERD und werden zum Teil vom Reflux unterhalten bzw. bedeutend verschlechtert. In bis zu 40% wird Husten durch GERD verursacht und bei Patienten mit Asthma kann in bis zu 80% eine Refluxerkrankung nachgewiesen werden. Heiserkeit und Halsschmerzen haben oft auch die Ursachen in einer Refluxerkrankung.

Nicht richtig oder nicht ausreichend behandelter Reflux kann solwohl die Speiseröhre massiv schädigen, als auch an den benachbarten Organen großen Schaden anrichten. Eine “blinde” Therapie, insbesondere eine “blinde” Langzeittherapie mit Medikamenten ohne vorangegangene Abklärung des Reflux sollte unter allen Umständen vermieden werden.

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Chanche auf Heilung des Reflux

Veröffentlicht am 13. März 2014

Die symptomatische Therapie mit Protonenpumpenhemmern zusammen mit einer life style Anpassung ist im Anfangsstadium sehr effizient. Der Erfolg hängt nicht nur vom Ausmaß der Erkrankung ab, sondern auch von der Zusammensetzung des Reflux. Rein saurer Reflux spricht deutlich besser auf die medikamentöse Therapie an als gemischter oder alkalischer Gallereflux. Mit dieser Therapie kann man zwar den Reflux nicht abdrehen, aber das Refluat im Fall von Säurereflux weniger aggressiv und damit weniger spürbar machen. In den meisten Fällen ist eine Dosissteigerung der Medikamente im Laufe der Zeit notwendig, um die Symptome ausreichend unter Kontrolle zu halten.

Eine echte Heilung ist medikamentös nicht möglich, da der Zwerchfellbruch als Ursache für eine Refluxerkrankung medikamentös nicht beseitigt werden kann.

Eine echte Heilung kann nur durch eine Rekonstruktion des Ventils zwischen Magen und Speiseröhre bzw. durch Verschluss des Zwerchfellbruchs erfolgen. Hier ist die Fundoplikatio jene Methode, die die besten Langzeitergebnisse aufweist und sich der höchsten Zufriedenheitsrate unter allen Therapiemodalitäten mit über 90% erfreut.

Sowohl die 360 Grad Manschette, als auch die 270 Grad Manschette erzielen annähernd eine äquivalente Antirefluxkontrolle bei gleichzeitig sehr geringer Komplikationsrate. Die häufigste ist die Dysphagie – die Schluckstörung. Diese tritt in 4% der Fälle auf und kann medikamentös gut unter Kontrolle gehalten werden. Eine Re-operation muss lt. Literatur nur in 0,9% der Fälle vorgenommen werden. Am allerwichtigsten ist die postoperative Qualitätskontrolle mit einer Impedanzmessung, um festzustellen, wie effizient die Fundoplikatio den Reflux behandelt hat. Insbesondere bei der Barrettmetaplasie hat dieser Wert einen gewissen prädiktiven Faktor bzgl. etwaiger Progression in ein Ösophaguskarzinom. Mit anderen Worten ist der DeMeester oder Composite Score nach der Operation weit im physiologischen Bereich, kann man davon ausgehen, dass der Barrett zumindest stabil bleibt und im Idealfall besser wird oder gar verschwindet. Bei einer Messung, die einen deutlichen Residualreflux zeigt, kann es möglicher Weise sogar zu einer Progression kommen.

Reflux kann geheilt werden. Ich gebe Ihnen sehr gerne eine ausführliche Beratung über Ihr persönliches Risiko und über Therapiemodalitäten.

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